no problem

A | 21 Jul 2015

Um zum Zeltplatz von Martinek und Doko zu gelangen verläßt man die Küstenstraße und biegt einmal kurz in die Berge ab, welche sich in unmittelbarer Nähe zum Strand von Bar befinden.

Der Weg schlängelt sich immer steiler und enger werdend ins Hochland. Einige Schweißperlen später steht man in einem Terrassenartig angeordneten Olivenbaumhain inmitten des Rumija-Gebirges. Ein kleiner, etwas untersetzter Mann begrüßt uns freudig und weißt uns einen Platz zu, da es etwas eng auf dem Gelände ist, welches eigentlich nur für Zelte gedacht ist. ‚No problem‘ ist die immer gleiche Antwort auf all unsere Fragen. Ob es OK sei zu bleiben da es doch ein Zeltplatz ist? Was es kostet? Ob es Strom gibt? Innerhalb weniger Minuten wird das Stromkabel über die alten Olivenbäume verlegt. Anschließend ist es aber erst einmal genug mit Betätigung. Es sei schließlich der heißeste Tag des Jahres. Das hören wir die kommenden Tage immer wieder. Nun gibt es erst einmal selbst gebrannten Schnaps zur Begrüßung. ‚No problem‘ – als wir versuchen zu erklären, dass wir doch nicht so schnell trinken können zu mal es extrem heiß ist, wir bereits zerfließen und es uns bereits nach einem halben Glas ein wenig dreht.

Später lernen wir Martinek kennen, Dokos Partner und Freund. Bedeutend jünger. Vor zwei Jahren haben sie die Idee gehabt diesen Zeltplatz zu eröffnen. Ein sehr idyllisches Plätzchen. Innerhalb eines Jahres nur, hat es sich offenbar herumgesprochen, dass es da einen Platz in den Bergen bei Stari Bar gibt, den man durchaus ansteuern kann. In den kommenden Tagen füllt es sich. Neben zwanzig weiblichen belgischen Scouts, einem Amerikaner der innerhalb von 30 Tagen von Polen nach Griechenland radelt, einem irischen Backpacker der mit Taxi fährt, zwei Mädels aus Tschechien die irgendwie fast zum Inventar gehören.

‚No problem‘ für Doko immer wieder die Verstopfung einer der beiden einzigen existierenden WC bzw. Duschen zu beseitigen.

Das nach einem Jahr so viele Gäste kommen, damit haben beide offenbar nicht gerechnet. Vielleicht aber ist es auch die Einstellung ‚Das Problem an dem Tag‘, die Doko veranlasst schnell und unkonventionell drei Außenduschen zu bauen. Wie ein kleines Kind freut er sich, als nach zwei Tagen das Wasser aus den Gartenduschen fließt. ‚No problem‘! Anschließend gibt es zur Belohnung Selbstgebrannten.

Neben dem Treiben gibt es in der Umgebung einiges zu entdecken. So führt uns Martinek in das kleine Tal in dem sich im Winter ein rießiger Fluß den Weg Richtung Meer bahnt. Im Sommer existiert nur ein kleiner Strom welcher aber einen kleinen Wasserfall zu bieten hat. Eine wunderbare erfrischende Abkühlung nach zwanzig Minuten Bergabwanderung. Nach den Rückweg tut es dann die lauwarme Dusche.

Nicht weit entfernt befindet sich die kleine Stadt Stari Bar deren historischer Kern und touristischer Anlaufpunkt die aus Ruinen bestehende ursprüngliche Altstadt bildet. Einige Ruinen existieren bereits seit 1877. Den Rest erledigte ein schweres Erdbeben 1979. Anschließend wurde die Stadt aufgegeben und in unmittelbarer Nähe entstand das neue Bar. Erst in den letzten Jahr(zent)en begann eine neue „Blüte“ und man sanierte und baute neu. Die Altstadt ist heute eine begehbares Museum, drumherum entwickelt sich der Tourismus.

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