Im Winter sind wir wieder allein

A | 30 Jun 2015

Nur 30 Kilometer von der großen Hafenstadt Rijeka entfernt befindet sich das kleine Dorf Moscenicka Draga mit seinen 300 Einwohnern. Als wir den Ort auf der Suche nach einem Nachtquartier erreichen, verlassen die ersten Touristen den Strand. Es ist Abendessenzeit. Am kleinen Hafen erheben sich in den Felswänden die Häuser der Einwohner. Kleine verwinkelte Treppen führen von Tür zu Tür. Ein kleiner Kiesstrand säumt den anderen Teil der Bucht. Entlang der Küste schlängelt sich ein kleiner Weg hinaus aus dem Dorf. Viele kleine Buchten mit kristalklarem Wasser reihen sich aneinander.

Windflüchter, wunderschöne Gebäude und nicht zu letzt die vermeintlichen Vögel die ein dezentes kreissägenähnliches Geräusch von sich geben, erinnern uns an Ubud auf Bali.

Da es im Ort auch einen Campingplatz gibt beschließen wir zu bleiben. Da uns dieser jedoch zu teuer ist tragen wir uns schon mit dem Gedanken weiterzufahren als wir ein kleines hamdgemaltes Schild entdecken. Autocamp. So kommt es, dass wir im Garten von Dana stehen. Wir teilen uns die Wiese mit einem italienischen Pärchen.

Insgeheim wissen wir, dass es am nächsten Tag noch nicht weitergeht. Dana ist sich da offensichtlich genauso sicher als sie uns versichert, das wir ruhig später bezahlen sollen. Sie behält recht und wir wollen mehr von diesem verzauberten Ort erfahren, der einen irgendwie nicht losläßt und zum verweilen überredet hat. Die Atmosphäre am Hafen – wenn man zuschaut wie unsere italienischen Nachbarn angeln. Die kleinen Buchten unter schattigen Windflüchter. Nicht zuletzt das Erlebniss sehr früh am Morgen das Treiben im Ort zu erleben wenn die Bewohner unter sich sind.

So langsam beginnt die Saison in Moscenicka Draga und es werden bald drei mal so viele Besucher vor Ort sein wie Einwohner. Bis Anfang Oktober zieht sich das hin. Bis dahin hat das Wasser noch eine angenehme Temperatur. Mitte des Monats beginnen dann die Stürme und die 300 Bewohner sind dann wieder unter sich. Spielen wieder Boccia. Fachsimpeln um sieben Uhr in der Früh über ihre lokale Fußballmannschaft bei Espresso und müssen sich beeilen im einzigen Laden im Dorf ihre Erledigungen zu tätigen. Denn dieser hat nur bis Mittag geöffnet.

Das alles klingt uns sehr vertraut. Und auch wie die Wellen über den Strand laufen und dabei die Steine ins Rollen bringen…

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